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Arvenberggroup

Bevor Sie Geld anlegen, lohnt es sich, ein wenig Aufmerksamkeit in sich selbst zu investieren.

Arvenberggroup ist ein offenes Notizbuch zur Anlegerpsychologie: über die gedanklichen Abkürzungen, die uns zu spät kaufen, zu früh verkaufen oder im falschen Moment stillhalten lassen. Ohne Formeln, ohne Versprechen. Nur mit besseren Fragen und der Zeit, über sie nachzudenken.

Programm beginnen

Schwarzweissbild: Eine Person meditiert auf einem Felsen vor einem ruhigen Meer
I. Stille ist nicht Untätigkeit. Sie ist der Raum zwischen dem, was Sie fühlen, und dem, was Sie tun.

einsSechs Denkfehler, die sich in Ihre Entscheide schleichen

Die Verhaltensökonomie untersucht etwas, das wir alle ahnen: Wir entscheiden nicht wie ein Taschenrechner. Wir entscheiden mit einem Körper, der erschrickt, mit einem Gedächtnis, das das Jüngste überbewertet, und mit dem grossen Wunsch, recht zu behalten.1 Die folgenden Verzerrungen sind keine Schwächen unerfahrener Menschen; sie zeigen sich auch bei Profis mit jahrzehntelanger Praxis.

Wer sie kennt, wird sie nicht los. Aber er gewinnt eine halbe Sekunde Vorsprung: genug, um die Stimme zu erkennen, die drängt, und sich zu fragen, ob es die eigene ist. Klappen Sie die Beispiele auf, wann immer Sie mögen; sie sind zum langsamen Lesen gedacht.

  1. Verlustaversion

    Ein Verlust schmerzt deutlich mehr, als ein gleich hoher Gewinn freut.

  2. Selbstüberschätzung

    Zu glauben, man wisse und kontrolliere mehr, als es tatsächlich der Fall ist.

  3. Herdentrieb

    Tun, was die Mehrheit tut – gerade weil es die Mehrheit tut.

  4. Ankereffekt

    An einer Zahl festhalten, die nichts über die Zukunft aussagt.

  5. Bestätigungsfehler

    Vor allem das suchen, lesen und behalten, was die eigene Meinung stützt.

  6. Rezenzeffekt

    Anzunehmen, dass das zuletzt Geschehene einfach so weitergeht.

Den Markt steuern Sie nicht. Wohl aber, wie schnell Sie auf ihn reagieren.

Aus dem Notizbuch von Arvenberggroup

zweiRisikobereitschaft und Risikofähigkeit: zwei oft verwechselte Begriffe

Risikobereitschaft ist emotional: Wie viel Schwankung halten Sie aus, ohne schlecht zu schlafen oder Ihren Plan über Bord zu werfen? Risikofähigkeit ist materiell: Wie viel Verlust könnten Sie tragen, ohne dass Ihr Alltag, Ihre Fristen oder Ihre Verpflichtungen darunter leiden?2 Man kann viel Bereitschaft und wenig Fähigkeit haben – etwa wenn das Geld in zwei Jahren als Eigenkapital für eine Wohnung gebraucht wird – oder genau umgekehrt.

Stimmen die beiden nicht überein, gilt die tiefere. Ein Portfolio, das Ihr Magen verträgt, Ihre Finanzen aber nicht, ist zu riskant. Und eines, das Ihre Finanzen verkraften, Ihr Magen aber nicht, wird im ungünstigsten Moment verkauft.

Darum klären Banken und Finanzdienstleister in der Schweiz bei einer Anlageberatung ab, wer Sie als Kundin oder Kunde sind. Die Angemessenheitsprüfung fragt, ob Sie über genügend Kenntnisse und Erfahrung für ein Produkt verfügen; die Eignungsprüfung berücksichtigt zusätzlich Ihre Anlageziele und Ihre finanziellen Verhältnisse.3 Diese Fragen ehrlich zu beantworten – und nicht so, «dass es durchgeht» –, ist einer der günstigsten Wege, sich selbst zu schützen.

Eine schwarze Schachdame steht neben einer umgefallenen weissen Figur
II. Auf dem Brett wie im Depot entscheidet eine gefallene Figur nicht die Partie. Was Sie danach tun, manchmal schon.

dreiEin Test, der nach innen schaut

Sechs Situationen, je drei mögliche Antworten. Richtig oder falsch gibt es nicht, nur Neigungen. Wählen Sie, was Sie tatsächlich tun würden, nicht was Sie gerne tun würden. Am Schluss schlagen wir Ihnen vor, welche Denkfehler Sie nochmals genauer lesen könnten.

Zur Orientierung – keine professionelle Beurteilung und keine Eignungsprüfung. Ihre Antworten werden weder übermittelt noch gespeichert: Alles geschieht auf dieser Seite und verschwindet, sobald Sie sie schliessen.

Frage 1 von 6
Eine Ihrer Anlagen verliert in einem Monat 15 %. Was ist Ihr erster Impuls?
Ein Anlagethema ist wochenlang überall präsent.
Ihre letzten drei Entscheide sind gut ausgegangen.
Wenn Sie Nachrichten über etwas lesen, das Sie bereits besitzen …
Um zu beurteilen, ob etwas teuer oder günstig ist, …
Ein Freund erzählt, wie gut es mit einer Anlage bei ihm läuft.

vierIhre Regeln, im Voraus geschrieben

Eine persönliche Regel nützt gerade deshalb, weil Sie sie in ruhigen Momenten aufschreiben, um sie in unruhigen zu befolgen.4 Es braucht weder viele noch raffinierte. Sie müssen Ihre eigenen sein, konkret und sichtbar. Ein paar Beispiele, die sich oft bewähren:

  • Ich lege kein Geld an, das ich in den nächsten Jahren brauche.
  • Ich halte eine Reserve von mehreren Monatsausgaben ausserhalb jeder Anlage.
  • Keine einzelne Idee übersteigt einen Anteil meines Vermögens, den ich heute mit kühlem Kopf festlege.
  • Vor jedem Kauf, der aus einem Gespräch oder einer Schlagzeile entsteht, warte ich 72 Stunden.
  • Ich überprüfe meinen Plan zweimal im Jahr an festen Daten, nicht dann, wenn sich der Markt bewegt.
  • Kann ich ein Produkt nicht in zwei Minuten jemand anderem erklären, kaufe ich es nicht.

fünfNotfallplan für Tage mit Kurs­einbrüchen

Heftige Kursrückgänge kommen ohne Vorwarnung und fast immer zusammen mit alarmierenden Schlagzeilen. Dieser Plan sagt Ihnen nicht, was Sie kaufen oder verkaufen sollen. Er hilft Ihnen, dass Sie den Entscheid – wie auch immer er ausfällt – selbst treffen und nicht Ihr Nervensystem.

  1. Schliessen Sie die App.Alle zehn Minuten den Kurs zu prüfen, liefert keine neuen Informationen; es nährt nur das Gefühl der Dringlichkeit.
  2. Benennen Sie, was Sie fühlen.Angst, Wut, Scham. Wer ein Gefühl benennt, schwächt es ab und gewinnt etwas Abstand zurück.
  3. Lesen Sie Ihre Regeln.Jene, die Sie an einem gewöhnlichen Tag mit kühlem Kopf notiert haben. Fehlen sie noch, halten Sie heute fest, dass Sie welche brauchen.
  4. Prüfen Sie Ihren Horizont.Wann brauchen Sie dieses Geld? Lautet die Antwort «in vielen Jahren», ist der heutige Rückgang eine Information, kein Urteil.
  5. Schauen Sie auf Ihre Reserve.Sind die Ausgaben der nächsten Monate ausserhalb der Anlage gedeckt, zwingt Sie nichts, heute zu verkaufen.
  6. Trennen Sie Preis und Grund.Hat sich der Grund für Ihre Anlage geändert oder nur der Preis? Das sind zwei verschiedene Fragen.
  7. Verschieben Sie um 48 Stunden.Jeder wichtige Entscheid wartet zwei Tage. Wirkt er danach noch vernünftig, notieren Sie ihn und setzen Sie ihn in Ruhe um.
  8. Halten Sie es im Tagebuch fest.Was geschah, was Sie fühlten, was Sie taten. In einem Jahr ist das Ihr bestes Lernmaterial.

Zwingt Sie ein Kurseinbruch zum Verkauf, liegt das Problem vielleicht nicht im Einbruch, sondern im Risiko, das Sie eingegangen sind. Kehren Sie dann zum Unterschied zwischen Risikobereitschaft und Risikofähigkeit zurück.

sechsIhr Entscheidungs­tagebuch

Das Gedächtnis ist ein unzuverlässiger Erzähler: Treffer verbucht es als Können, Fehler als Pech. Ein Entscheidungstagebuch korrigiert diese Geschichte. Viel schreiben müssen Sie nicht: eine Zeile pro Entscheid, immer bevor Sie ihn umsetzen, und eine Notiz dazu, wie Sie sich fühlten.

Eine Hand schreibt mit einem Füllfederhalter in ein Spiralheft
III. Schreiben zwingt dazu, langsamer zu sein als die Gedanken. Genau darum geht es.

Entscheidungstagebuch

Vorlage von Arvenberggroup · Gefühl: 1 = sehr ruhig, 5 = sehr aufgewühlt

Die erste Zeile ist ein fiktives Beispiel; die übrigen bleiben für Sie frei.
DatumEntscheidGrundGefühl (1–5)Was ich anders mache
12.03.Fonds trotz Rückgang behaltenMein Horizont bleibt lang4Seltener aufs Handy schauen
1 2 3 4 5
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siebenFragen, als Gespräch erzählt

Erfahre ich hier, worin ich investieren soll?
Nein. Arvenberggroup empfiehlt keine Produkte und bietet keine persönliche Beratung. Wir beschäftigen uns damit, wie Sie entscheiden, nicht damit, was Sie kaufen.
Brauche ich Finanzwissen, um beim Programm mitzumachen?
Nein. Wir erklären jede Idee mit Beispielen aus dem Alltag. Legen Sie bereits an, hilft es Ihnen, Gewohnheiten zu überprüfen; falls noch nicht, beginnen Sie mit besseren Fragen.
Verschwinden meine Denkfehler, wenn ich sie gut kenne?
Wahrscheinlich nicht. Es sind Abkürzungen des Gehirns, und sie bleiben, auch wenn Sie sie kennen. Was sich ändert: Sie erkennen sie früher und können sich auf Regeln, Pausen und ein Tagebuch stützen, damit nicht sie für Sie entscheiden.
Ersetzt der Test auf dieser Seite jenen meiner Bank?
Keineswegs. Die Angemessenheits- oder Eignungsprüfung führt das Institut durch, mit dem Sie Geschäfte tätigen, und sie hat regulatorische Bedeutung. Unser Test ist eine persönliche Reflexion zur Orientierung und wird nirgends gespeichert.
Was tue ich, wenn ich kurz davor bin, aus Angst zu verkaufen?
Halten Sie inne, verschieben Sie den Entscheid und gehen Sie den Notfallplan durch. Ergibt der Verkauf nach zwei Tagen gemessen an Ihrem Plan noch Sinn, dann los; ergab er nur für Ihre Angst Sinn, wissen Sie es jetzt.
Was kostet das 21-Tage-Programm?
Nichts. Es ist kostenlos, und am Ende wartet kein verstecktes Verkaufsangebot. Sie können sich jederzeit über einen Link in jeder E-Mail abmelden.
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Wir verwenden sie nur, um Ihnen das Programm zu senden und, falls nötig, Fragen zu Ihrer Anmeldung zu klären. Wir geben sie an niemanden weiter. Alles Weitere steht in der Datenschutzerklärung.